Wie eine Apotheke aus der Steiermark trotz Versandapotheken über Google Shopping verkauft.
Nachdem das Merchant Center die Arzneimittel ihres Webshops abgelehnt hatte, warb eine Apotheke aus der Steiermark nur mit Kosmetik und Nahrungsergänzung, ausgerechnet bei Markenprodukten, die große Versandapotheken billiger anbieten. Entscheidend war die Google-Zertifizierung als Online-Apotheke, danach haben wir das Budget auf Apothekenkosmetik gelenkt. Seither kommen über Google Shopping im Schnitt 58 Bestellungen pro Monat, vorher 35.
Apotheke mit Versandhandel für rezeptfreie Produkte, 10 bis 30 Mitarbeiter, Österreich, 4 Minuten Lesezeit, Datenstand Jänner 2026
Bestellungen aus Google Shopping pro Monat, vorher 35
Stand Jänner 2026, Quelle: Google-Ads-Konto, Conversions mit Bestellwert, abgeglichen mit dem Shop-System
Diese Fragen beantwortet dieser Case.
Dieser Case passt zu Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Branche
Apotheken mit eigenem Webshop oder Versandhandel für rezeptfreie Produkte
Unternehmensgröße
5 bis 50 Mitarbeiter
Ausgangslage
Der Webshop läuft, Anzeigen für Arzneimittel werden aber abgelehnt oder verlieren gegen große Versandapotheken
So war die Ausgangslage.
Die Apotheke betreibt neben dem Geschäft vor Ort einen Webshop für rezeptfreie Arzneimittel, Apothekenkosmetik und Nahrungsergänzungsmittel. Im Merchant Center wurden die Arzneimittel abgelehnt, weil keine Google-Zertifizierung als Online-Apotheke vorlag. Die übrigen Produkte liefen gemeinsam in einer Performance-Max-Kampagne, die vor allem bekannte Markenprodukte ausspielte, bei denen große Versandapotheken günstiger sind.
Das haben wir gemacht.
Die Zertifizierung kam zuerst, weil ohne sie ein Teil des Sortiments gar nicht beworben werden darf. Den Preiskampf bei bekannten Markenprodukten haben wir danach bewusst nicht gesucht, das Budget ging dorthin, wo Sortiment und Beratung zählen.
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Google-Zertifizierung vorbereiten
Voraussetzung ist die behördliche Registrierung als Versandapotheke samt EU-Sicherheitslogo auf der Website, die Unterlagen für Google haben wir mit der Apotheke vorbereitet. Bis Google die Zertifizierung freigab, vergingen einige Wochen, in denen nur Kosmetik und Nahrungsergänzung liefen.
- 2
Produktfeed nach Gruppen gliedern
Rezeptfreie Arzneimittel, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel sind in der Produktliste für Google (Feed) über eigene Kennzeichnungen getrennt, Produkttitel nennen Darreichungsform und Packungsgröße. Ein Filter stellt sicher, dass kein rezeptpflichtiges Produkt hineingelangt.
- 3
Budget nach Produktgruppen steuern
Apothekenkosmetik läuft in einer eigenen automatischen Kampagne (Performance Max) mit dem größten Budget, Nahrungsergänzung und Arzneimittel laufen mit kleinem Budget gemeinsam in einer Shopping-Kampagne mit getrennten Produktgruppen. Ausschlüsse verhindern, dass Budget in Suchen nach großen Versandapotheken fließt.
- 4
Pflichthinweise vor dem Start
Anzeigen, Produkttexte und Zielseiten für Arzneimittel enthalten die vorgeschriebenen Pflichthinweise und keine Aussagen über die zugelassene Anwendung hinaus. Die Apotheke hat alles vor dem Start rechtlich prüfen lassen, und Zielgruppen nach Gesundheitsinteressen sind bei Google ohnehin gesperrt.
Das ist dabei herausgekommen.
Bestellungen aus Google Shopping pro Monat, vorher 35
Stand Jänner 2026, Quelle: Google-Ads-Konto, Conversion-Aktion Kauf, abgeglichen mit den Bestellungen im Shop-System
Werbekosten im Verhältnis zum Umsatz, alle Produktgruppen, vorher 48 %
Stand Jänner 2026, Quelle: Google-Ads-Konto, Kosten geteilt durch Conversion-Wert über alle Produktgruppen; vorher nur Kosmetik und Nahrungsergänzung, weil Arzneimittel noch nicht beworben werden durften
Seit der Zertifizierung kommen über Google Shopping im Schnitt 58 Bestellungen pro Monat, im Halbjahr davor waren es 35. Das Monatsbudget stieg dabei von 950 auf 1.270 Euro, und 12 Bestellungen im Monat kamen aus Arzneimitteln, die vorher nicht beworben werden durften. Die Werbekosten sanken auf 39 Prozent vom Umsatz, vorher 48 Prozent, seit der größte Teil des Budgets bei Apothekenkosmetik mit ihren größeren Warenkörben liegt. Für sich allein rechnet sich das noch nicht, weil 39 Prozent über dem Rohertrag vieler Produkte liegen. Die Apotheke kalkuliert mit Nachbestellungen, die über den Newsletter oder die Abholung in der Apotheke ohne Werbekosten kommen.
Das lässt sich mitnehmen.
Bevor Sie Budget in bekannte Markenprodukte stecken, vergleichen Sie Ihren Preis mit dem der großen Versandapotheken. Wo Sie teurer sind, bringt Google Shopping Klicks, aber kaum Bestellungen.
Was das für Ihre Branche heißt.
Im Online-Handel mit Apothekenprodukten sind die Suchen meist produktgenau: „vitamin d tropfen kaufen“, „magnesium brausetabletten apotheke“ oder „apothekenkosmetik online kaufen“. Bei bekannten Markenprodukten entscheidet in Google Shopping vor allem der Preis, und dort sind große Versandapotheken schwer zu schlagen. Bei Apothekenkosmetik, Hausspezialitäten und beratungsintensiven Produkten zählen Sortiment und Vertrauen mehr.
Im Advent laufen Kosmetik-Geschenksets, im Herbst und Winter Erkältungsprodukte, im Frühjahr Allergiemittel, vor dem Sommer Sonnenschutz und Reiseapotheke. Budgets und Produktgruppen sollten diesen Phasen folgen, und Saisonware sollte rechtzeitig im Feed stehen.
Der teuerste Fehler ist ein Feed mit Arzneimitteln ohne Google-Zertifizierung: Google lehnt die Produkte ab, und wiederholte Verstöße können das ganze Konto einschränken. Die Zertifizierung setzt voraus, dass die Apotheke behördlich als Versandapotheke registriert ist. Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen nicht beworben werden, für rezeptfreie gelten Auflagen wie Pflichthinweise.
Welche Google-Zertifizierung braucht eine Online-Apotheke in Österreich?
Eine Online-Apotheke in Österreich braucht die Google-Zertifizierung als Online-Apotheke, um Arzneimittel in Google Ads und Google Shopping zu bewerben. Voraussetzung ist die Registrierung für den Versandhandel beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen und das EU-Sicherheitslogo auf der Website. Rezeptfreie Arzneimittel sind dann erlaubt, rezeptpflichtige darf auch eine zertifizierte Apotheke nicht bewerben.
Wie besteht eine kleine Online-Apotheke gegen große Versandapotheken?
Eine kleine Online-Apotheke besteht gegen große Versandapotheken mit Produkten, bei denen nicht nur der Preis entscheidet, etwa Apothekenkosmetik, Hausspezialitäten oder beratungsintensive Sortimente. Das Budget sollte nach Produktgruppen getrennt gesteuert werden, und Ausschlüsse halten es von Suchen nach großen Versandapotheken fern. Abholung in der Apotheke und regionale Nähe sind zusätzliche Argumente.
Was kostet Google Shopping für eine Online-Apotheke?
Google Shopping kostet eine kleine Online-Apotheke in Österreich meist 1.000 bis 1.500 Euro Werbebudget im Monat, wenn sie mehrere Produktgruppen bewirbt. Google schlägt darauf 5 Prozent Digitalsteuer auf. Ob es sich rechnet, entscheiden die Spanne je Produktgruppe und Kunden, die wieder bestellen, denn auf die erste Bestellung gerechnet liegen die Werbekosten oft über dem Rohertrag.

