Wie ein Onlineshop aus Westösterreich nach dem Barrierefreiheitsgesetz umbaut und Rankings hält.
Wegen des Barrierefreiheitsgesetzes ließ ein Spielwarenhändler aus Westösterreich seinen Onlineshop von der eigenen Shop-Agentur neu bauen, und SEO kam im Projektplan nicht vor. Wir haben den Umbau aus SEO-Sicht begleitet, vor allem mit einem vollständigen Plan für Weiterleitungen aller URLs mit Besuchern oder Backlinks. Nach dem Neustart kamen 2.310 organische Klicks pro Woche, vorher 2.340, obwohl die Saison nach unten zeigte.
Onlineshop, Spielwaren, 10 bis 50 Mitarbeiter, Österreich, 4 Minuten Lesezeit, Datenstand Oktober 2025
Klicks aus der unbezahlten Google-Suche pro Woche, Schnitt der 13 Wochen nach dem Neustart, vorher 2.340
Stand Oktober 2025, Quelle: Google Search Console, Leistungsbericht, je 13 Wochen vor und nach dem Neustart am 2. Juni 2025
Diese Fragen beantwortet dieser Case.
Dieser Case passt zu Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Branche
Onlineshops, die an Endkunden verkaufen und vom Barrierefreiheitsgesetz betroffen sind, z. B. Mode, Spielwaren, Elektronik
Unternehmensgröße
10 bis 250 Mitarbeiter
Ausgangslage
Der Shop wird wegen des Barrierefreiheitsgesetzes umgebaut, und niemand achtet dabei auf SEO
So war die Ausgangslage.
Die Shop-Agentur hatte für den barrierefreien Umbau ein neues Template geplant, mit neuer Navigation, neuen Kategorie-URLs und neu aufgebauten Produktseiten. SEO kam im Projektplan nicht vor. Im alten Shop waren Überschriften nach Optik vergeben, Produktbilder hatten keine Alt-Texte, und viele Kategorien rankten über gewachsene URLs mit Backlinks. Ein Wechsel ohne Plan hätte diese Rankings gefährdet.
Das haben wir gemacht.
Die Umsetzung blieb bei der Shop-Agentur, wir haben uns auf die Stellen konzentriert, an denen Barrierefreiheit und SEO dieselbe Arbeit brauchen oder sich in die Quere kommen. Ob der Shop rechtlich alle Anforderungen erfüllt, hat der Betreiber gesondert prüfen lassen.
- 1
Weiterleitungen vor dem Neustart
Wir haben alle URLs mit Klicks aus der Suche oder Backlinks erfasst und jeder eine passende neue URL zugeordnet; die Agentur hat das als dauerhafte Weiterleitungen umgesetzt. Bei der Prüfung nach dem Neustart fehlten Weiterleitungen für Filterseiten mit Backlinks von Elternblogs; die Agentur hat sie in der ersten Woche nachgezogen.
- 2
Überschriften, Semantik, Alt-Texte
Für Start-, Kategorie- und Produktseiten haben wir eine Überschriftenstruktur mit genau einer H1 vorgegeben; Navigation, Filter und Buttons sind echte HTML-Elemente, was Screenreadern und Suchmaschinen gleichermaßen hilft. Alt-Texte beschreiben, was auf dem Produktbild zu sehen ist; dekorative Bilder bekommen ein leeres Alt-Attribut.
- 3
Ladezeit schützen
Zusätzliche Skripte haben wir auf ihre Wirkung auf die Ladezeit geprüft; auf ein Overlay-Werkzeug für Barrierefreiheit hat der Shop auf unsere Empfehlung verzichtet. Nach dem Neustart haben wir Search Console, Crawling-Fehler und Rankings mehrere Wochen eng beobachtet.
Das ist dabei herausgekommen.
Klicks aus der unbezahlten Google-Suche pro Woche, vorher 2.340
Stand Oktober 2025, Quelle: Google Search Console, Leistungsbericht, je 13 Wochen vor und nach dem Neustart; Vorjahr gleiche Wochen zum Vergleich
Anteil der URLs mit guten Ladezeit-Werten (Core Web Vitals), mobil, vorher 36 %
Stand Oktober 2025, Quelle: Google Search Console, Bericht Core Web Vitals, mobil
Im Vorjahr fielen die Klicks in denselben Wochen um 12 Prozent, mit Ostern davor und dem ruhigen Sommer im Spielwarenhandel danach. Diesmal kamen in den 13 Wochen nach dem Neustart im Schnitt 2.310 Klicks pro Woche, in den 13 Wochen davor 2.340. Einen Einbruch in den ersten Wochen, wie er nach Relaunches häufig ist, gab es nicht; wir führen das vor allem auf die vollständigen Weiterleitungen zurück. Als Nebenwirkung stieg der Anteil der URLs mit guten Ladezeit-Werten mit dem neuen Template von 36 auf 67 Prozent. Ob der Shop damit alle Anforderungen des Gesetzes erfüllt, beantworten diese Zahlen nicht.
Das lässt sich mitnehmen.
Ein barrierefreier Umbau ist für einen Shop in der Regel auch ein Relaunch. Wer SEO erst nach dem Go-live dazuholt, repariert Rankings, statt sie zu sichern.
Was das für Ihre Branche heißt.
Shopbetreiber suchen dazu meist nach „barrierefreiheitsgesetz onlineshop“, „bafg webshop pflicht“ oder „barrierefreier onlineshop kosten“. Seit 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsgesetz für viele Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen. Kleinstunternehmen sind ausgenommen; ob ein bestimmter Shop betroffen ist, klärt im Einzelfall die rechtliche Beratung.
Vor dem Weihnachtsgeschäft sollte ein Umbau abgeschlossen und kontrolliert sein. Für viele Shops heißt das, den Neustart in ruhigere Monate zu legen und danach mehrere Wochen für Kontrolle und Korrekturen einzuplanen.
Häufige Fehler beim Umbau sind geänderte URLs ohne Weiterleitungen und Überschriften, die nach Schriftgröße statt nach Inhalt vergeben werden. Overlay-Werkzeuge machen die Seite oft langsamer, ohne die Barrierefreiheit zuverlässig herzustellen. Viele Anforderungen wie klare Überschriften, Alt-Texte und semantisches HTML verbessern zugleich die Lesbarkeit für Suchmaschinen und KI-Dienste.
Muss mein Onlineshop nach dem Barrierefreiheitsgesetz barrierefrei sein?
Meist ja: Seit 28. Juni 2025 muss ein Onlineshop, der an Verbraucher verkauft, die Anforderungen des Barrierefreiheitsgesetzes erfüllen. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme, für die übrigen gelten Anforderungen an Bedienbarkeit, Lesbarkeit und Kaufabwicklung. Ob und in welchem Umfang ein bestimmter Shop betroffen ist, sollte rechtlich geprüft werden.
Verliert man beim barrierefreien Umbau eines Shops Rankings?
Nicht zwangsläufig: Plant der Shop den barrierefreien Umbau wie einen Relaunch, bleiben die Rankings in der Regel stabil. Entscheidend sind Weiterleitungen für alle geänderten URLs, eine saubere Überschriftenstruktur, erhaltene Inhalte auf Kategorie- und Produktseiten und eine Kontrolle in der Search Console nach dem Neustart. Riskant sind vor allem neue URL-Strukturen ohne Weiterleitungsplan.
Hilft Barrierefreiheit auch bei der Suchmaschinenoptimierung eines Onlineshops?
Ja, indirekt: Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung eines Onlineshops verlangen vieles gemeinsam, etwa klare Überschriften, beschreibende Alt-Texte, semantisches HTML und eine gut bedienbare Navigation. Suchmaschinen und KI-Dienste erfassen solche Seiten leichter. Ein direkter Rankingfaktor ist Barrierefreiheit aber nicht.


