Wie ein Onlineshop aus Bayern nach Österreich expandiert und die Domainfrage zuletzt klärt.
Ein Onlineshop für Wohnaccessoires aus Bayern lieferte schon länger nach Österreich, behandelte den Markt aber wie einen Teil Deutschlands. Statt gleich eine .at-Domain zu bauen, bekam Österreich zuerst eigene Kampagnen mit eigenem Budget, und die Versandkosten stehen seither schon in der Anzeige. In den sechs Monaten danach kamen im Schnitt 158 Bestellungen pro Monat aus Österreich, vorher 91.
Onlineshop, Wohnen und Einrichtung, 20 bis 50 Mitarbeiter, Deutschland, Zielmarkt Österreich, 4 Minuten Lesezeit, Datenstand November 2025
Bestellungen mit Lieferadresse in Österreich pro Monat, Schnitt März bis August 2025, vorher 91
Stand November 2025, Quelle: Shop-System, Bestellungen nach Lieferland aus allen Kanälen, abgeglichen mit dem Google-Ads-Konto; vorher dieselbe Auswertung für September 2024 bis Februar 2025
Diese Fragen beantwortet dieser Case.
Dieser Case passt zu Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Branche
Onlineshops aus Deutschland mit Versand nach Österreich, z. B. Wohnen, Mode, Garten, Tierbedarf
Unternehmensgröße
10 bis 100 Mitarbeiter
Ausgangslage
Österreich läuft als Nebenmarkt mit, ohne eigene Kampagnen, Versandinfos oder Ansprache
So war die Ausgangslage.
Der Shop lieferte schon länger nach Österreich, die Bestellungen kamen aber eher zufällig. Die Google-Ads-Kampagnen liefen für Deutschland und Österreich gemeinsam, Budget und Gebote folgten dem deutschen Markt. Versandkosten nach Österreich standen erst im Warenkorb, und die Aktionstexte warben mit dem Januar-Sale. Ob sich eine eigene .at-Domain lohnt, war seit Monaten offen.
Das haben wir gemacht.
Wir haben Österreich als eigenen Markt behandelt und zuerst die Punkte geklärt, an denen Kunden im Kaufprozess abspringen: Versand, Lieferzeit, Zahlung und Sprache. Die Domainfrage haben wir danach entschieden, nicht davor.
- 1
Versand und Zahlung sichtbar machen
Versandkosten und Lieferzeiten nach Österreich zeigt der Shop jetzt auf der Produktseite und in den Anzeigen, nicht erst im Warenkorb. Bei den Zahlungsarten kam die in Österreich übliche eps-Überweisung direkt aus dem Online-Banking dazu, Kauf auf Rechnung gab es schon.
- 2
Eigene Kampagnen für Österreich
Österreich läuft jetzt in eigenen Kampagnen mit eigenem Budget und eigenen Zielen, im Merchant Center mit eigenen Versandeinstellungen. Diese griffen erst nach einigen Tagen, in denen die Shopping-Anzeigen noch deutsche Versandkosten zeigten.
- 3
Sprache und Begriffe anpassen
Anzeigen, Kategorietexte und Aktionen verwenden österreichische Begriffe, etwa Jänner und Sackerl. Bei den Suchbegriffen haben wir geprüft, welche Varianten in Österreich tatsächlich gesucht werden.
- 4
.at-Version erst zum Schluss
Erst als Versand, Zahlung und Kampagnen standen, fiel die Entscheidung für eine .at-Version mit österreichischen Preisen und Texten; die Shop-Agentur hat sie im September 2025 umgesetzt, nach dem hier verglichenen Halbjahr. Über hreflang-Angaben im Code, die wir vorgegeben und geprüft haben, erkennt Google, welche Version für welches Land gedacht ist.
Das ist dabei herausgekommen.
Bestellungen aus Österreich pro Monat, alle Kanäle, vorher 91
Stand November 2025, Quelle: Shop-System, Bestellungen nach Lieferland; vorher dieselbe Auswertung
Kosten pro Bestellung aus Google Ads in Österreich, vorher 32 €
Stand November 2025, Quelle: Google-Ads-Konto, Kosten der Österreich-Kampagnen geteilt durch deren Bestellungen; vorher Österreich-Anteil der gemeinsamen Kampagnen laut Standortbericht
Aus Österreich kommen jetzt planbar Bestellungen, im Schnitt 158 im Monat, vorher 91. Eine Bestellung über Google Ads kostete dort 21 Euro, vorher 32 Euro. Das Österreich-Budget stieg dabei von rund 1.340 auf 2.240 Euro im Monat; ein Teil des Zuwachses kommt also aus mehr Budget. Günstiger wurden Bestellungen seit den eigenen Kampagnen und den Versandkosten in der Anzeige; was davon mehr bewirkt hat, zeigen die Daten nicht getrennt. Der Vergleich ist eher vorsichtig, weil im Halbjahr davor Weihnachten und der Jänner-Sale lagen. Was die .at-Version zusätzlich bringt, zeigt erst das nächste Halbjahr.
Das lässt sich mitnehmen.
Bevor Sie über eine .at-Domain entscheiden, zeigen Sie Versandkosten und Lieferzeit nach Österreich schon in der Anzeige. Die Domain hilft erst, wenn Kunden nicht mehr an diesen Fragen abspringen.
Was das für Ihre Branche heißt.
Österreichische Kunden suchen oft mit eigenen Begriffen, etwa „paradeiser pflanzen“ oder „jänner sale“, und mit Länderbezug wie „online shop österreich“ oder „versandkostenfrei nach österreich“. Anzeigen und Kategorietexte mit bundesdeutschen Begriffen wirken fremd und verschenken genau diese Suchen.
Rund um Mariä Empfängnis am 8. Dezember, an Fenstertagen und in den Schulferien der Bundesländer verschieben sich Spitzen gegenüber Deutschland um Tage oder Wochen. Mit eigenen Kampagnen für Österreich lassen sich Aktionen und Budgets darauf abstimmen.
Häufige Fehler sind eine gemeinsame Kampagne für Deutschland und Österreich, in der das Budget dem größeren Markt folgt, und Versandkosten, die erst im Warenkorb auftauchen. Wer eine eigene .at-Version aufbaut, braucht hreflang-Angaben, sonst konkurrieren zwei fast gleiche Versionen um dieselben Suchen. Marktzahlen aus Deutschland lassen sich nicht einfach auf Österreich umrechnen.
Braucht ein deutscher Onlineshop eine .at-Domain für Österreich?
Nein, ein deutscher Onlineshop braucht für Österreich nicht zwingend eine .at-Domain; für den Anfang reichen meist eigene Kampagnen und klare Angaben zu Versand und Lieferzeit. Eine .at-Version lohnt sich, wenn Preise, Sortiment oder Ansprache sich unterscheiden und der Markt dauerhaft wachsen soll. Dann braucht es hreflang-Angaben, also Hinweise im Code, die Google sagen, welche Version für welches Land gilt.
Wie expandiert ein Onlineshop von Deutschland nach Österreich?
Ein Onlineshop expandiert von Deutschland nach Österreich am besten mit eigenen Google-Ads-Kampagnen, eigenem Budget und Versandkosten, die schon in der Anzeige stehen. Als Startbudget für Österreich sehen wir bei Shops dieser Art meist 1.500 bis 2.500 Euro im Monat. Zahlungsarten wie die eps-Überweisung und österreichische Begriffe in Anzeigen und Texten gehören dazu; die Domainfrage kommt zuletzt.
Was ist am österreichischen Onlinehandel anders als in Deutschland?
Der österreichische Onlinehandel unterscheidet sich von Deutschland vor allem bei Sprache, Versand und Zahlung: Kunden suchen mit Begriffen wie Jänner oder Paradeiser und erwarten Versandkosten und Lieferzeit auf einen Blick. Für Privatkunden gilt in der Regel der österreichische Umsatzsteuersatz von 20 Prozent, und Google schlägt auf Anzeigen in Österreich 5 Prozent Digitalsteuer auf. Auch Feiertage wie Mariä Empfängnis, Fenstertage und Schulferien weichen ab.


