Wie ein Onlineshop aus Wien sein lückenhaftes Conversion-Tracking in Google Ads repariert.
Im Shop-System eines Onlineshops für Kosmetik aus Wien standen deutlich mehr Bestellungen aus Google Ads als im Werbekonto selbst, und niemand wusste, welchen Zahlen das Budget folgen sollte. Zwei Reparaturen schlossen den größten Teil der Lücke: Der Cookie-Banner gibt die Einwilligung jetzt an Google weiter, und der Kauf wird nach jeder Zahlungsart gezählt. Seit April 2025 weist Google Ads 87 Prozent der Bestellungen aus, die laut Shop über Anzeigen kamen, vorher 47 Prozent.
Onlineshop, Kosmetik und Pflege, 5 bis 15 Mitarbeiter, Österreich, 4 Minuten Lesezeit, Datenstand August 2025
In Google Ads ausgewiesene Bestellungen, einschließlich modellierter, in Prozent der Shop-Bestellungen mit Herkunft Google Ads, April bis Juni 2025, vorher 47 %
Stand August 2025, Quelle: Google-Ads-Konto, Conversion-Aktion Kauf, abgeglichen mit dem Shop-System; vorher derselbe Abgleich für Jänner bis März 2025
Diese Fragen beantwortet dieser Case.
Dieser Case passt zu Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Branche
Onlineshops auf Shopify, WooCommerce, Shopware oder ähnlichen Systemen mit Google Ads als wichtigem Kanal
Unternehmensgröße
2 bis 50 Mitarbeiter
Ausgangslage
Shop-System und Google Ads zeigen deutlich unterschiedliche Bestellzahlen
So war die Ausgangslage.
Das Conversion-Tracking war beim Start des Shops über ein Plugin eingerichtet worden und lief seitdem ungeprüft. Der Cookie-Banner blockierte die Google-Tags vollständig, bis jemand zustimmte, und gab die Entscheidung nicht an Google weiter. Zahlungen über externe Anbieter endeten teils auf einer Bestätigungsseite, auf der kein Tag ausgelöst wurde. Im Konto sah eine Bestellung dadurch doppelt so teuer aus, wie sie war, und das Budget wurde nach diesen Zahlen verteilt.
Das haben wir gemacht.
Einen pauschalen Aufschlag auf die Zahlen im Konto haben wir nicht eingerechnet, sondern jede Ursache einzeln geprüft, von der Einwilligung bis zum Bestellabschluss. Serverseitiges Tagging, bei dem die Daten über einen eigenen Server an Google gehen, haben wir bewusst zurückgestellt, weil es keine Einwilligung ersetzt und laufend Serverkosten verursacht.
- 1
Bestellungen einzeln abgleichen
Wir haben die Bestellungen mehrerer Wochen aus dem Shop mit den Käufen in Google Ads verglichen, aufgeschlüsselt nach Tag, Zahlungsart und Gerät. So zeigte sich, an welchen Stellen Bestellungen verloren gingen, vor allem bei Zahlungen mit Umweg über externe Anbieter.
- 2
Einwilligung an Google übergeben
Der Cookie-Banner übergibt die Entscheidung der Besucher jetzt an die Google-Tags (Consent Mode v2); ohne Zustimmung setzt er keine Cookies, und Google schätzt die fehlenden Käufe statistisch. Welche Variante dabei läuft, hat der Shop mit seiner Datenschutzberatung festgelegt.
- 3
Kauf nach jeder Zahlungsart zählen
Der Kauf wird jetzt auch gezählt, wenn Kunden von einem externen Zahlungsanbieter zurückkommen, und bei Einwilligung geht die E-Mail-Adresse verschlüsselt an Google, damit Käufe auch geräteübergreifend zugeordnet werden (erweiterte Conversions). Im ersten Abgleich danach zählte Google Ads einige Käufe doppelt, weil das alte Plugin parallel weiterlief, bis wir es abgeschaltet haben.
Das ist dabei herausgekommen.
In Google Ads ausgewiesene Bestellungen in Prozent der Shop-Bestellungen mit Herkunft Google Ads, vorher 47 %
Stand August 2025, Quelle: Google-Ads-Konto, Conversion-Aktion Kauf einschließlich modellierter Conversions, abgeglichen mit dem Shop-System; vorher derselbe Abgleich
Kosten pro Bestellung aus Google Ads, gerechnet mit Shop-Daten, vorher 23 €
Stand August 2025, Quelle: Google-Ads-Kosten geteilt durch Bestellungen mit Herkunft Google Ads laut Shop-System
Das Budget folgt jetzt Zahlen, die zum Shop passen: Google Ads weist 87 Prozent der über Anzeigen gekommenen Bestellungen aus, vorher 47 Prozent. Ein Teil davon ist über Consent Mode modelliert, also von Google geschätzt. Der Sprung setzte Anfang April ein, nachdem Einwilligung und Bestellabschluss repariert waren. Bei gleichem Budget von 2.150 Euro im Monat sanken die tatsächlichen Kosten pro Bestellung nur von 23 auf 22 Euro. Besseres Tracking erzeugt keine zusätzlichen Käufe, und die Gebotsstrategie arbeitet erst seit wenigen Monaten mit den vollständigeren Daten.
Das lässt sich mitnehmen.
Eine Abweichung zwischen Shop und Google Ads ist normal, eine unerklärte nicht. Gefährlich wird sie erst, wenn das Budget nach den Zahlen im Konto verteilt wird und niemand sie mit dem Shop abgleicht.
Was das für Ihre Branche heißt.
Shops beschreiben dieses Problem selten mit Fachbegriffen, sondern mit Suchen wie „google ads zeigt keine conversions“, „conversions fehlen nach cookie banner“ oder „shopify google ads tracking“. Dahinter stecken meist dieselben Ursachen: fehlende Einwilligungssignale, Zahlungsarten mit Umweg über externe Seiten und Tags, die nach einem Update nicht mehr laufen.
Nach einem Shop-Update, einem neuen Cookie-Banner oder einer zusätzlichen Zahlungsart entstehen Lücken oft unbemerkt. Ein monatlicher Abgleich zwischen Shop-System und Google Ads zeigt solche Brüche nach Wochen statt nach Monaten. Vor Black Friday und Weihnachten sollte das Tracking geprüft sein, weil Gebotsstrategien in diesen Wochen auf vollständige Daten angewiesen sind.
Prüfen Sie zuerst, ob Käufe doppelt gezählt werden, etwa weil ein Plugin und ein zweites Tag parallel laufen. Ebenso häufig sind Conversion-Werte brutto, also mit Umsatzsteuer und Versand, oder ein Cookie-Banner ohne Consent Mode.
Warum zeigt Google Ads weniger Conversions als der Shop?
Google Ads zeigt meist weniger Conversions als der Shop, weil Käufe ohne Cookie-Einwilligung, Zahlungen über externe Anbieter und Käufe auf anderen Geräten nicht vollständig erfasst werden. Außerdem zählen beide anders: Google Ads ordnet einen Kauf dem Tag des Anzeigenklicks zu, der Shop dem Bestelldatum. Eine Abweichung von meist 10 bis 20 Prozent ist auch bei sauberem Tracking normal, eine deutlich größere deutet auf einen technischen Fehler.
Wie richtet man Consent Mode v2 für Google Ads ein?
Für Consent Mode v2 muss der Cookie-Banner die Entscheidung der Besucher an die Google-Tags übergeben, meist über ein Consent-Tool oder den Google Tag Manager. Seit Version 2 gehören dazu auch die Signale für Nutzerdaten und personalisierte Werbung, die Google im Europäischen Wirtschaftsraum verlangt; in Österreich braucht es für Tracking-Cookies laut Telekommunikationsgesetz ohnehin eine Einwilligung. Ob alles funktioniert, zeigen die Diagnose im Google-Ads-Konto und eine Prüfung mit dem Tag Assistant.
Was bringen erweiterte Conversions für einen Onlineshop?
Erweiterte Conversions bringen einem Onlineshop vollständigere Kaufdaten: Bei einem Kauf geht die E-Mail-Adresse verschlüsselt an Google, sodass Bestellungen auch nach einem Gerätewechsel einem Anzeigenklick zugeordnet werden. Das verbessert die Grundlage für die Gebotsstrategie, erzeugt aber keine zusätzlichen Käufe. Voraussetzung ist eine passende Einwilligung, und die Datenschutzerklärung sollte die Übermittlung erwähnen.

