Wie ein OTC-Hersteller aus Österreich rechtssicher KI-Sichtbarkeit zum Thema Schlaf gewinnt.
Auf Fragen wie „was hilft rezeptfrei bei einschlafproblemen“ nannten ChatGPT und der KI-Modus von Google Wirkstoffe, Hausmittel und andere Marken, das Präparat eines OTC-Herstellers aus Österreich aber kaum. Entscheidend war, zuerst festzustellen, worauf sich diese Antworten stützen, und genau dort die Angaben zu korrigieren: auf der eigenen Produktseite und in Apothekenshops. Von Juni bis August 2026 nannten die KI-Dienste die Marke in 27 Prozent der Testantworten, zu Beginn in 2 Prozent.
Pharmahersteller, rezeptfreie Arzneimittel (OTC), 50 bis 250 Mitarbeiter, Österreich, 4 Minuten Lesezeit, Datenstand September 2026
Anteil der Testantworten, in denen die Marke genannt wird, Schnitt Juni bis August 2026, zu Beginn 2 %
Stand September 2026, Quelle: Eigene Prüfung: 36 Testfragen monatlich, je dreimal in ChatGPT, Gemini und Google KI-Modus gestellt, jeweils in einem neuen Chat ohne Anmeldung, Standort Wien; gezählt wird der Anteil der Antworten, die die Marke nennen; Schnitt der ersten und der letzten drei Monate (Prompt-Liste und Antworten dokumentiert)
Diese Fragen beantwortet dieser Case.
Dieser Case passt zu Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Branche
Hersteller rezeptfreier Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel mit Vertrieb über Apotheken
Unternehmensgröße
20 bis 250 Mitarbeiter
Ausgangslage
Die Marke ist in Apotheken bekannt, wird in KI-Chats bei Fragen zum Anwendungsgebiet aber nicht genannt
So war die Ausgangslage.
Das Präparat ist seit Jahren in österreichischen Apotheken erhältlich und dort bekannt. Bei Tests mit Fragen wie „was hilft rezeptfrei bei einschlafproblemen“ nannten die KI-Dienste Wirkstoffe, Hausmittel und Mitbewerber, die eigene Marke fast nie. Die Produktseite bestand vor allem aus Bildern und einem PDF der Gebrauchsinformation, und eine Regel in der robots.txt, die die IT gegen das automatische Auslesen der Website eingerichtet hatte, sperrte auch die Crawler der KI-Dienste aus. In mehreren Apotheken-Onlineshops standen veraltete Angaben zum Produkt.
Das haben wir gemacht.
Neue Ratgebertexte über Schlaf haben wir bewusst nicht geschrieben: Jeder hätte eine eigene Freigabe nach Arzneimittelwerberecht gebraucht, und niemand wusste, welche Quellen die Dienste überhaupt lesen. Also kam zuerst die Quellenanalyse, danach wurden nur die Angaben korrigiert, auf die sich die Antworten stützen.
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Testfragen und Quellen erfassen
Wir haben 36 Testfragen so formuliert, wie Konsumenten fragen, und bei jeder Antwort von ChatGPT, Gemini und dem KI-Modus von Google dokumentiert, welche Quellen sie angibt. Apothekenshops und Gesundheitsportale lagen dabei klar vor den Herstellerseiten, auch vor der eigenen.
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Produktseite als Text
Was das Präparat ist, Wirkstoff, zugelassenes Anwendungsgebiet und dass es rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist, steht jetzt als Text am Anfang der Seite, ergänzt um strukturierte Daten für Produkt und Hersteller. Formulierungen und Pflichthinweis hat das Unternehmen vorher mit Regulatory abgestimmt, weil auch die Produktseite als Werbung gilt.
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Sperre für KI-Crawler aufheben
Die IT hat die Regel in der robots.txt so geändert, dass Such-Crawler von KI-Diensten wie der OAI-SearchBot die Seiten lesen dürfen; Crawler für das Training von Modellen bleiben auf Wunsch des Unternehmens gesperrt. Zusätzlich ist die Website in den Bing Webmaster Tools angemeldet, auf deren Index mehrere KI-Suchen zurückgreifen.
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Stammdaten vor Shops korrigieren
Zuerst hat das Unternehmen die Angaben in den zentralen Artikelstammdaten korrigiert, aus denen viele Apothekenshops ihre Produkttexte übernehmen, danach haben wir die übrigen Shops mit freigegebenen Texten versorgt. Gesundheitsportale haben wir nur auf sachliche Fehler hingewiesen, etwa bei der Packungsgröße, weil gelieferte Herstellertexte in redaktionellen Beiträgen als versteckte Werbung gelten können.
Das ist dabei herausgekommen.
Anteil der Testantworten mit Nennung der Marke, zu Beginn 2 %
Stand September 2026, Quelle: Eigene Prüfung: 36 Testfragen monatlich, je dreimal in ChatGPT, Gemini und Google KI-Modus gestellt, jeweils in einem neuen Chat ohne Anmeldung, Standort Wien; gezählt wird der Anteil der Antworten, die die Marke nennen; Schnitt der ersten und der letzten drei Monate (Prompt-Liste und Antworten dokumentiert)
Testantworten pro Monat mit der Herstellerseite als zitierter Quelle, von 324, zu Beginn 1
Stand September 2026, Quelle: Eigene Prüfung wie bei Zahl 1: 36 Testfragen monatlich, je dreimal in ChatGPT, Gemini und Google KI-Modus, neuer Chat ohne Anmeldung, Standort Wien; gezählt werden Antworten, die die Herstellerseite als Quelle angeben; Schnitt der ersten und der letzten drei Monate
Gemessen am Dreimonatsschnitt nannten die KI-Dienste die Marke von Juni bis August in 27 Prozent der Testantworten, von Jänner bis März in 2 Prozent. Die Herstellerseite stand zuletzt in 12 Antworten pro Monat als Quelle, anfangs in einer. Der Anstieg begann im Mai, einen Monat nach den Änderungen an Produktseite, robots.txt und Stammdaten; welche davon mehr bewirkt hat, lässt sich nicht trennen. Am häufigsten zitieren die Dienste weiterhin Apothekenshops und Gesundheitsportale, und einzelne Antworten auf dieselbe Frage schwanken stark. Eine veraltete Packungsgröße aus einem Apothekenshop nannte ChatGPT noch Wochen nach dessen Korrektur.
Das lässt sich mitnehmen.
Bei Gesundheitsfragen nennen KI-Dienste eher Wirkstoffe als Marken und verweisen oft auf Arzt oder Apotheke. Eine Marke kommt am ehesten vor, wenn ihre Angaben als Text vorliegen und im Apothekenshop genauso lauten wie beim Hersteller.
Was das für Ihre Branche heißt.
Fragen zu rezeptfreien Arzneimitteln stellen Konsumenten im KI-Chat oft länger und persönlicher als bei Google: „was hilft bei einschlafproblemen ohne rezept“, „schlafmittel rezeptfrei apotheke österreich“ oder „pflanzliche mittel zum durchschlafen“. KI-Dienste antworten bei Gesundheitsthemen vorsichtig, nennen häufig Wirkstoffe statt Marken und raten zur Abklärung beim Arzt oder in der Apotheke.
Nach der Zeitumstellung im Frühjahr und im Herbst häufen sich Fragen zum Ein- und Durchschlafen. Unabhängig davon ändern sich KI-Antworten mit jedem neuen Modell und jeder neuen Quelle; ein festes Set an Testfragen zeigt jeden Monat, ob die Marke noch vorkommt.
Produktinformationen, die nur als Bild oder PDF vorliegen, lesen KI-Dienste schlecht oder gar nicht. Ebenso oft sperrt eine Regel in der robots.txt ihre Crawler aus, oder Herstellerseite und Apothekenshops nennen unterschiedliche Packungsgrößen. Auch auf der eigenen Website gilt das Arzneimittelwerberecht; Texte für die KI-Sichtbarkeit gehen genauso durch Regulatory wie Anzeigen.
Wie kommt eine OTC-Marke in ChatGPT-Antworten zu Gesundheitsfragen?
Eine OTC-Marke kommt in ChatGPT-Antworten zu Gesundheitsfragen über die Quellen, auf die sich der Dienst stützt: vor allem Apothekenshops, Gesundheitsportale und Herstellerseiten. Diese Quellen müssen die Marke sachlich und übereinstimmend beschreiben, mit Produktangaben als Text und ohne Sperre für KI-Crawler. Kaufen lässt sich eine Nennung nicht.
Darf ein Pharmahersteller seine Website für KI-Suchen optimieren?
Ja, ein Pharmahersteller darf seine Website für KI-Suchen optimieren, solange die Inhalte dem Arzneimittelwerberecht entsprechen. In Österreich heißt das für rezeptfreie Arzneimittel sachliche Angaben im Rahmen der Zulassung samt dem Pflichthinweis „Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker“, für rezeptpflichtige ist Publikumswerbung verboten. Die Texte sollten vor der Veröffentlichung werberechtlich geprüft werden, meist von Regulatory oder der Rechtsabteilung.
Wie lange dauert es, bis eine OTC-Marke in KI-Antworten vorkommt?
Bis eine OTC-Marke regelmäßig in KI-Antworten vorkommt, vergehen nach den Korrekturen in der Regel zwei bis fünf Monate. Zuerst müssen Herstellerseite, Apothekenshops und Gesundheitsportale dieselben Angaben zeigen, dann übernehmen die Dienste sie nach und nach. Zusagen kann eine Nennung niemand, und einzelne Antworten schwanken von Abfrage zu Abfrage.

